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Navigationssystem für den Körper

Die Idee war schnell geboren. Aber bis er das erste Produkt verkaufte, dauerte es acht Jahre. Timo Krüger sagt, in dieser Zeit habe er sich gefühlt wie Will Smith im Film „Das Streben nach Glück“. Nur dass im Koffer von Handelsvertreter Smith ein Knochendichtemessgerät war und in seinem ein Navigationssystem für die Medizin. Beide wussten nicht, ob das Geschäft irgend wann noch klappt. Dass sie nicht aufgeben würden, war ihnen aber auch klar. Timo Krüger, 41, wollte das beste computergestützte Chirurgen-Navi der Welt bauen, einfach zu bedienen und erschwinglich auch für kleinere Kliniken. Und das hat er geschafft. Über seinem Schreibtisch hängt eine Weltkarte an der Wand. In ihr stecken 30 bunte Nadeln, eine für jedes Land, in dem Chirurgen mit dem Fiagon-System arbeiten. Am Bildschirm dahinter surrt die Umsatzprognose für 2015. Krüger will im nächsten Jahr Kunden in zehn neuen Ländern gewinnen. Die Geschichte seines Erfolgs begann 2007. Zusammen mit seinem Freund Dirk Mucha gründete er das Start-up Fiagon. Die beiden promovierten Techniker forschten jahrelang an der Charité. Sie entwickelten ein Navigationsgerät für die Chirurgie, das ähnlich wie ein Navi fürs Auto funktioniert. „Nur, dass ich kein Auto über Straßen navigiere, sondern ein chirurgisches Instrument im Kopf des Patienten“, sagt der Erfinder. Der Maßstab der Erde schrumpft auf Kopfgröße. Das Kartenmaterial besteht aus Daten von Röntgenbildern und Computertomografen. Das Navi ist ein Messsystem, das durch Mikrosensoren gespeist wird, die in die Spitze chirurgischer In strumente eingebaut sind. Besonders bei Eingriffen in der Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und im HNO-Bereich ist präzises Arbeiten erforderlich, da lebenswichtige Organe dicht beieinander liegen: das Gehirn, die Augen und Ohren, die Halsschlagadern. Würde der Operateur bei einer Nasennebenhöhlen-OP versehentlich die Abtrennung zur Schädelbasis durchstoßen, könnte dies tödlich sein. Bisher mussten sich die Ärzte auf ihr Gefühl und ihre Erfahrung verlassen. Das Fiagon-System zeigt dem Chirurgen auf einer dreidimensionalen Karte im Computer an, wo er gerade hantiert. Millimetergenau….

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